DE | FR | EN

ETH: Im Namen der Innovation

«Mit Swissgrid verbindet uns eine gute Partnerschaft im Hinblick auf die Zukunft der Energie in der Schweiz und darüber hinaus.»
Prof. Dr. Christian Franck, Direktor High Voltage Laboratory, ETH Zürich
image/svg+xml

Vorreiterin in Forschung und Technik

Die ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) ist eine der weltweit führenden technisch-naturwissenschaftlichen Hochschulen. Unzählige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von internationalem Format haben seit der Gründung der ETH Zürich 1855 ihr gedankliches Gut in die Welt hinaus getragen – und bisher haben 21 davon den Nobelpreis gewonnen.

ETH Zürich in Zahlen

Joint Venture in der Forschung: Leiterseiltemperaturmessung für das Übertragungsnetz

Die zunehmende Komplexität des europaweiten Stromverbunds und ein liberalisierter Strommarkt wirken sich in schnellen Wechseln im Lastfluss aus. Diese Dynamik kann schwere Folgen bis zu einem Blackout haben. Weil die Schweiz als Transitland für Strom eine zentrale Rolle spielt, ist stetige Optimierung der Sicherheit der Stromführung unabdingbar.

Die maximale Strombelastbarkeit einer Leitung wird unter anderem durch den thermischen Grenzwert der Leiterseile bestimmt. In einem weltweit einzigartigen Projekt arbeiten Swissgrid, ETH Zürich, EMPA und Meteodienste zusammen, um mit modernsten Messverfahren an der Übertragungsnetzleitung und im Labor wichtige Erkenntnisse über die maximale Stromtragfähigkeit und das Alterungsverhalten von Leiterseilen und somit für ein sicheres Netz der Zukunft zu gewinnen.

Artikel zur Leiterseiltemperaturmessung (PDF)

Forschungsprojekt AC/DC-Hybridleitungen

Ein weiteres gemeinsames Forschungsprojekt von Swissgrid und ETH Zürich – im Rahmen eines Nationalfondsprojektes und in Kooperation mit weiteren Partnern – zielt darauf ab, das alternative Übertragungskonzept der Gleichstrom-Wechselstrom-Hybridleitungen sowohl bezüglich Potenzial wie auch der Machbarkeit in der Schweiz, unter Einhaltung aller spezifischen Vorschriften, zu untersuchen. Durch Hybridleitungen liessen sich bestehende Trassees ohne grössere Umbauten so nutzen, dass sie höhere Übertragungsleistungen zu transportieren vermögen. Dies könnte eine Lösung für das Schweizer Übertragungsnetz sein, welches bereits jetzt an seine Grenzen stösst.

Beitrag zum Forschungsprojekt

CAS und neues Training & Simulation Center

Innovation wird bei Swissgrid grossgeschrieben. In allen Bereichen wird ständig an neuen Erkenntnissen, Arbeitsweisen und Technologien gearbeitet. Das gilt auch für die Ausbildung.

Swissgrid hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Architektur in Fribourg zum ersten Mal in der Schweiz eine zertifizierte Fachausbildung für System-Operateure ausgearbeitet, den CAS «Elektrische Energiesysteme – Systembetrieb». Operateure müssen im komplexen Umfeld sich verändernder Schnittstellen, Technologien und Tools häufig unter Zeitdruck immer die richtigen Entscheidungen treffen, die Netzsicherheit und Wirtschaftlichkeit im Auge behalten und sowohl in normalen als auch in hektischen Situationen optimal reagieren. Die neue Ausbildung bereitet sie optimal auf diese Herausforderungen vor.

Gleichzeitig realisiert Swissgrid ein schweizweites Training & Simulation Center zur Weiterbildung von Personal in Leitstellen des Übertragungs- und der Verteilnetze sowie in Kraftwerken. Mit Hilfe von Modellen und dem Abbild der schweizerischen Stromnetze können realitätsnahe Computersimulationen des Systembetriebs sowie von Netzstörungen und Netzausfällen durchgeführt werden. Das Einüben der Lagebeurteilung, von Massnahmen zur Störungseingrenzung und zur Wiederherstellung des sicheren Netzzustandes steht dabei im Vordergrund. 

Informationen zum CAS Elektrische Energiesysteme – Systembetrieb (PDF)

Flyer zum neuen Training & Simulation Center (PDF)

Optimierter Algorithmus bei der Regelleistungsbeschaffung

Swissgrid beschafft mit Hilfe von Ausschreibungen jede Woche Regelleistung für den sicheren Netzbetrieb. Die Zuschläge werden per Algorithmus erteilt, der Kosten/Menge und Qualität ermittelt. Swissgrid konnte 2015 diesen Algorithmus so optimieren, dass die Ergebnisse heute innerhalb von ein bis zwei anstelle von 40 Minuten zur Verfügung stehen. Dieser Zeitgewinn hilft Swissgrid, bei unerwarteten Ereignissen oder Kontrollprozessen mehr Spielraum zu haben und somit zum Beispiel finanzielle Risiken zu vermindern.

Neue Lösung für die Frequenzmessung

Die Frequenzmesswerte sind wichtig für die Ausregelung der Regelzone Schweiz und für die Überwachung der Netzfrequenz. Anhand dieser Informationen kann die Regelqualität der Schweiz stetig hoch gehalten werden. Zudem kann der Operateur in der Netzleitstelle frühzeitig gefährdete oder gestörte Zustände erkennen und entsprechend handeln. 2015 hat Swissgrid einen Prototypen für die hochpräzise Frequenzmessung in Betrieb genommen: Nicht nur im Kontrollzentrum in Laufenburg, sondern in fünf weiteren Unterwerken in allen Regionen der Schweiz wird die Frequenz gemessen. Dadurch wird eine höhere Robustheit und Redundanz sichergestellt, auch im Falle eines Netzzerfalls in Teilnetze stehen somit genügend Messungen für einen anschliessenden Netzwiederaufbau zur Verfügung.